Latein am Hammo

Die klassische Sprache Latein hat am Gymnasium Hammonense eine lange Tradition, immerhin ist die heutige Schule aus der bereits um 1250 eröffneten Hammer Lateinschule, Trivium genannt, und aus dem 1657 gegründeten gymnasium illustre sive academicum entstanden. Sie gehört zum festen Sprachenprofil unserer Schule.

Das Leitziel des Faches Latein besteht einerseits in der historischen Kommunikation, der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Ziel dieser ist es, die zeitübergreifende Relevanz der Themen, der Fragestellungen und der menschlichen Grunderfahrungen zu erkennen (Quid ad nos?) und nach kritischer Reflexion ggf. eigene Handlungsoptionen abzuleiten.

Andererseits fördert der Lateinunterricht zugleich in besonderer Weise die Sprachbildung, also die Entwicklung lateinischer Sprachkompetenzen und der sprachlichen Fähigkeiten im Deutschen. Außerdem trägt die Auseinandersetzung mit der „Mutter“ vieler europäischer Spra-chen (Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch etc.) zur individuellen Mehrsprachigkeit bei.

Um diese Leitziele zu erlangen, stehen die lateinische Sprache und vornehmlich die literarischen Texte im Mittelpunkt des altsprachlichen Unterrichts. Hierbei erwerben die Lateinlernen-den Kompetenzen, die sich auf verschiedene Bereiche beziehen:

…fokussiert das Verstehen lateinischer Texte. Die Lernenden schulen ihre Fähigkeiten, lateinische Texte sprachlich und inhaltlich zu erschließen, sie ins Deutsche zu übersetzen und zu interpretieren. Hierbei nimmt der Übersetzungsprozess eine wesentliche Rolle ein, der ein genaues Hinsehen, gründliches Lernen sowie ein systematisches und ana-lytisches Denken verlangt und schult. Auf diese Weise werden auch überfachliche Schlüssel-qualifikationen für eine anspruchsvolle Arbeitswelt angebahnt.

…bezieht sich auf die Fähigkeiten im Umgang mit der lateinischen Sprache. Im Lateinunterricht werden den Schülerinnen und Schülern Wortschatz- und Grammatikkenntnisse vermittelt. Mit diesem Wissen können sie zum einen den lateinischen Text erschließen und übersetzen können, zum anderen können sie die sprachlichen Phänomene der lateinischen Sprache mit denen der deutschen Sprache und anderer Fremdsprachen vergleichen. Dadurch spüren die Lernenden regemäßig die Lateinstämmigkeit von Wörtern auf (lat. lingua, engl. language, ital. lingua, span. lengua) und lernen die Wortherkunft von deutschen Fremdwörtern zu verstehen (z. B. pecuniär, lat. pecunia das Geld).

…betrifft die Beschäftigung mit der antiken Welt. Hierbei werden den Schülerinnen und Schülern Sachkenntnisse über antike Themen, wie das private und
öffentliche Leben, die Gesellschaftsordnung und das Staatswesen, politische und historische Ereignisse, Mythologie und Religion, Philosophie, Kunst und Architektur, vermittelt. Sie stellen eigene Bildungshinhalte dar und haben dienende Funktion für die Textarbeit, indem sie die lateinischen Texte kontextualisieren. Hierbei wird auch das Nachwirken der antiken Kultur in der europäischen Tradition in den Blick genommen.

Der Lateinlehrgang am Gymnasium Hammonense steht den Lernenden in ihrer Schullauf-bahn zweimal zur Wahl:

  • ab Klasse 7 bis zur Einführungsphase (L7)
    Der Beginn des Lateinunterrichts zeichnet sich mit der Spracherwerbsphase aus. Hierbei ar-beiten die Schülerinnen und Schüler mit dem Lehrwerk „Pontes“. Im Anschluss werden sie von den didaktisierten Texten über die adaptierten Originaltexte (Phaedrus – fabulae, Caesar – de bello gallico, Plinius – epistulae) zu den anspruchsvolleren Originaltexten (Ovid – Metamor-phoses, Cicero – in Verrem) schrittweise herangeführt.
    Das große Latinum wird bei einer mindestens ausreichenden Leistung am Ende der Einfüh-rungsphase erworben. Es besteht die Möglichkeit, Latein bis zum Abitur hin zu wählen und als Abiturfach zu belegen. Hierbei lesen die Schülerinnen und Schüler im Grundkurs mittel-schwere Originaltexte.
  • ab der Einführungsphase bis zum Abitur (Lneu)
    Während der Spracherwerbsphase wird mit dem Lehrwerk „Prima“ gearbeitet. Im Anschluss werden die Lateinlernenden an ggf. vereinfachte Originaltexte herangeführt.
    Das Latinum wird bei einer mindestens ausreichenden Leistung am Ende der Qualifikationsphase durch eine Ergänzungsprüfung erworben. Latein kann darüber hinaus mündliches oder schriftliches Abiturfach sein.